

Am 17 April griffen fünfzehn Nazi-Skinheads in Odessa fünf Antifaschisten mit Steinen und Flaschen an. Um sein Leben zu verteidigen, setzte dabei einer der "Antifas" sein Messer ein. Dabei erlitt der Nazi-Skinhead Maxim Tschajka eine lebensbedrohliche Verletzung. Die notwendige ärztliche Hilfe kam zu spät und er verstarb im Krankenhaus. Wäre kein Widerstand in dieser drastischen Form geleistet worden, ist davon auszugehen das die Antifas ihr Leben hätten nicht schützen können.
Heute versuchen extreme Rechte und einige Politiker ihre Dividende aus diesen Vorfall zu ziehen. Dabei verzerren sie die Fakten und verbreiten banale Lügen.
Die extremen Rechten sprechen von "politischen Hintergründen" im Vorfeld der Auseinandersetzung und versuchen sie so als gezielten Mord darzustellen. Sie versuchen Maxim Tschajka als unschuldiges Opfer darzustellen, obwohl gerade er und seine Freunde die Schlägerei provoziert und begonnen hatten. Es ist bekannt, dass Maxim persönlich und andere Neonazis in Odessa Antifa-AktivistInnen bedrohten, dessen Daten gesammelt und gezielte Angriffe verübt haben. Maxim ist unter anderem an der im Internet vorhandenen Fotos mit eindeutigen Hitlergruß zu sehen.
Die Medien berichteten, dass Maxim Tschajka lediglich ein Aktivist einer "patriotischen Organisation", oder wie in einigen anderen Medien, nur ein „einfacher Student“ war. In dieser Organisation "Sitsch" sind aber Nazi-Skinheads und extrem rechte Fans des Fußballclubs "Tschernomorets" als Mitglieder aktiv. Sie sind schon mehrmals mit rassistischen Angriffen an MigrantInnen aufgefallen.
Die Nachrichten über die Ukraine berichten immer häufiger von Fällen rassistischer Morde. Die Menschen, die nicht mit der Nazi-Ideologie einverstanden sind und etwas dagegen unternehmen, riskieren ihr Leben. Neonazigruppen bekennen sich z.B. öffentlich "Blutrache"- Aktionen vorzubereiten.
Der ukrainische Präsident W. Juschenko hat in seiner öffentlichen Rede am 22. April 2009 diesen Vorfall nicht als Selbstverteidigung, sondern als gezielten Mord gedeutet. Und das obwohl die sich polizeilichen Ermittlungen noch in der frühsten Anfangsphase befanden. Er hat unter anderem "Die Mitglieder der Organisation Antifa" als Extremisten bezeichnet und die Polizei und die SBU (Nachfolger des KGB in der Ukraine) dazu aufgefordert, skrupellos nach politischen Motiven der Antifas im Tathergang zu suchen. Das Staatsoberhaupt hat den Neonazis seine Sympathien gezeigt, indem er die Anhänger der Ideen „der Sauberkeit der Rasse“ "Patrioten" genannt hat. Der Präsident und die Medien schweigen von den Inhalten und Einstellungen, die hinter der Neonazi-Ideologie stecken und den Wert des menschlichen Lebens ablehnen. Die Medien "vergessen" die Statistik der rassistischen Morde. In dieser politischen Situation können sich Menschen, die sich extrem rechten Ideologien quer stellen keinesfalls mit dem Schutz seitens des Staates und Gesellschaft in Ukraine rechnen.
Am 12. Mai hat die SBU eine Aussage gemacht, das laut ihren Ermittlungen, Verbindungen zwischen Andrej Dovgan, nachdem momentan gesucht wird, und der "pro-russischen" Partei "Rodina" bestehen. Die SBU sagt auch, dass die Schlägerei von „den Antifas“ im Voraus vorbereitet und zielgerichtet durchgeführt wurde. "Die Angreifer", genauso wie die ganze Antifa-Bewegung, soll von dem Chef der "Rodina" Partei I. Markov bezahlt werden. Beweise werden nicht vorgelegt. In ihrem Sensationsrausch berichtet die Presse schon von „pro-russischen“ aus Russland bezahlten Schlägern, die „ukrainische Patrioten“ abstechen. So wird der Versuch unternommen, die schwierigen Beziehungen zwischen „russisch-“ und „ukrainischsprachigen“ Teilen der heutigen Ukraine für die Verfolgung der antifaschistischer Bewegung zu instrumentalisieren.
Die Ermittler, die den Fall in Odessa betreuen, haben ein Maximum an Informationen. Sie haben die Aussagen der Neonazis, dass sie den Angriff initiiert haben, die Aussagen der sich verteidigten Antifaschisten und die des medizinischen Experten. Laut Experten erlitt Maxim Tschajka nicht zwei, sondern nur eine Verletzung. Und nicht von hinten, wie das einige Neonazis und deren unterstützende SBU sagen, um die Version des Angriffs seitens des Antifaschisten Andrej Dovgan zu belegen. Einige der Neonazis haben den Fakt des Angriffes bestätigt. Andrej Dzeban befindet sich heute in Krankenhaus. Er war einer der ersten, der die Antifaschisten angegriffen hat und berichtete, dass er und seine Kameraden erst mehrmals zu den Antifaschisten gegangen sind, um nach dessen antifaschistischer Einstellung zu fragen. Wichtig erscheint auch die Tatsache, dass das Schicksal der Aufnahmen der Überwachungskamera, die das Geschehen dokumentiert haben sollen, bis jetzt nicht bekannt ist.
Die Polizei und die SBU setzen Gewalt und andere Mittel ein, um die Zeugen zu erpressen, um dadurch die für die Neonazis günstigeren Aussagen zu bekommen. Opfer der Polizeigewalt und illegalen Festnahmen werden AktivistInnen aus ganz anderen Regionen der Ukraine, die gar nichts mit dem Vorfall zu tun haben können. Die Medien hetzen gegen AntifaschistInnen. Der Vorfall wird offensichtlich dafür benutzt, um gegen die für die Regierung nicht kontrollierbare Bewegung Verfolgung zu legitimieren.
Wir rufen auf zur Solidarität mit der Antifaschistischen Bewegung in der Ukraine!
Antifaschismus ist kein Verbrechen!
Informationen über die Soli-Aktionen kann man auf der Webseite der Antifaschistische Aktion Ukraine bekommen. http://antifa-action.org.ua (english)
Kontact: antifa-action(")cryptolab.net
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