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Am 8. März jagen Polizisten Frauen in Russland

 

Am 8. März 2010 haben sich 15 Feministen (Männer und Frauen) in der Stadtmitte von Ischewsk (Russland) versammelt, um den Internationalen Frauentag mit einem Flash-Mob zu begehen. An diesem Tag wollten die jungen AktivistInnen den Passanten Blumen schenken, um sie auf das Problem des Sexismus im Alltag sowie im Berufsleben aufmerksam zu machen.

Die Frauen haben sich den Mund zugeklebt, um das Unvermögen vieler Frauen, an entscheidenden gesellschaftlichen Debatten aktiv teilzunehmen, zu symbolisieren und auf die
die Nichtbeachtung der Meinungen und Standpunkte von Frauen im Alltagsleben aufmerksam zu machen. Einige Frauen haben Barcodes getragen, um darauf hinzuweisen, dass den Frauen bestimmte Rollen – von einer Hausfrau bis zu einem schönen Objekt – zugeschrieben werden, aber ihre Selbstverwirklichung oft durch die Gesellschaft verhindert wird.

Weit kamen die Frauen mit ihrem Flash-mob nicht. Plötzlich kamen auf sie vier Männer zu, einer von ihnen mit einem Maschinengewähr bewaffnet, einer – in Uniform, zwei in zivil und mit Kameras ausgestattet. Letztere konnten als Beamte des „Zentrums gegen Extremismus“ Michail Schutow und Artjom Achmetsjanow identifiziert werden. Ohne Vorwarnung fingen sie an, die AktivistInnen festzunehmen und in das in der Nähe geparkte Auto zu schleppen.

Die meisten AktivistInnen waren der Auffassung, dass die Festnahme illegal war und versuchten wegzulaufen. Folgende Szenen konnte nun in der Stadtmitte beobachtet werden: Schutow stürzte sich auf eine Frau mit einer Fotokamera und schrie dabei „Ich stecke dir deine Kamera in den Arsch!“, ein unbekannter Polizist mit Maschinengewähr jagte junge AktivistInnnen und versuchte sie, vergeblich zu fangen. Die Polizisten packten die AktivistInnen an ihrer Kleidung und versuchten sie, ins Auto zu zerren, aber die AktivistInnen wehrten sich erfolgreich.

Am Schluss wurden drei Leute festgenommen und aufs Revier gebracht. Die anderen fuhren mit dem Bus aufs Revier und forderten ihre Freilassung. Nachdem alle drei freigelassen worden waren, gingen sie zur Staatsanwaltschaft, um Anklage gegen die illegale Festnahme zu ergeben.

http://izhevsk.avtonom.org/2010/03/08/8_march/ (mit Bildern)

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